Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone

Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone

Der Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone ist ein feiner sommerlicher Kuchen. Sehr saftig, sehr buttrig, sehr süß. Definitiv kein Diätkuchen, dafür köstlich im Geschmack – perfekt als Nachtisch oder zum Kaffee dazu!

Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone

Dieses Jahr ist bei mir alles anders als sonst. Ich merke beim Backen, dass mich die Coronakrise nicht loslässt: Für komplizierte, aufwendige Torten und Schnitten habe ich überhaupt keinen Kopf mehr. Wenn ich backe, muss es einfach sein und schnell gehen. Mehr schaffe ich momentan einfach nicht.

Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone

Deshalb ist der Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone gerade perfekt für mich! Einfach, schnell, unkompliziert. Genau das, was ich brauche!

Was ist eigentlich ein “einfaches” Rezept?

Das Rezept habe ich  aus Ottolenghis genialem Kochbuch Simple. Das Kochbuch (Werbung). Wir haben schon mehrere Rezepte daraus nachgekocht und sind begeistert! Ich selber finde sie zwar nicht immer einfach, aber Yotam Ottolenghi erklärt in der Einleitung sehr ausführlich, dass „einfach“ für jeden etwas anderes bedeuten kann: Für die einen heißt es, dass ein Rezept nur wenige Zutaten enthält. Andere verstehen darunter, dass es schnell gemacht und schnell fertig ist.

Für andere wiederum heißt „einfach“, dass man das Gericht super vorbereiten kann. Es enthält vielleicht 25 verschiedene Zutaten und muss stundenlang auf dem Herd vor sich hin schmurgeln, erspart aber hektisches Kochen und Zeitdruck. Es gibt also sehr unterschiedliche Vorstellungen dazu, was “einfach” bedeutet – Ottolenghi hat noch mehr davon auf Lager!

Für mich bedeutet beim Backen „einfach“ zwei Dinge: Zum einen, dass die Zubereitung kein Profi-Wissen und keine Profi-Ausrüstung voraussetzt. Ein bisschen ein Grundwissen sollte schon da sein: Ich gehe auch bei einfachen Rezepten davon voraus, dass die Bäckerinnen und Bäcker wissen, was mit „Mehl“ und „Zucker“ gemeint ist, mit „mittlerer Hitze“ und mit „schaumig rühren“. Ich beschreibe die Rezepte zwar ausführlich, aber mit diesem Grundwissen rechne ich dann doch.

Zum anderen bedeutet „einfach“ für mich, dass die Schritte leicht umzusetzen sind. Milch zum Kochen zu bringen, das ist einfach. Butter mit Zucker und Eiern schaumig zu schlagen und Mehl unterheben, das ist auch einfach. Karamell herzustellen ist je nach Rezept schon schwieriger, aber mit guter Anleitung auch für Anfänger machbar.

Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone

Kniffliger wird es, wenn spezielle Ausrüstung nötig ist. Zuckerthermometer und Tortenrandfolien und ganz bestimmte Backformen zum Beispiel. Und wenn ganz genau gearbeitet werden muss, wenn viele Schritte in bestimmter Abfolge zu erledigen sind, wenn Wartezeiten von Stunden und Tagen einzuhalten sind, wenn Kühltruhen und Bunsenbrenner zum Einsatz kommen. Für diese Dinge brauche ich einen klaren Kopf und einen guten Zeitplan, das geht bei mir nicht nebenbei!

Sauerteigbrot finde ich zum Beispiel höchst kompliziert, weil es Tage vorher geplant werden muss. Oder feine Patisserie, wo extrem genau gearbeitet werden muss. Für solche Projekte brauche ich Zeit und Ruhe. Unter Zeitdruck und Stress kann ich nicht mit Liebe und Sorgfalt backen – und dann gelingt das Rezept meistens auch nicht!

Ein perfektes einfaches Rezept: Der Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone

Der Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone ist ein tolles Beispiel für einen einfachen und trotzdem raffinierten Kuchen. Butter, Zucker, und Gewürze werden schaumig geschlagen, dann kommen die Eier dazu, dann die Mehl-Mandel-Mischung und ein Teil der Heidelbeeren. Einfach und machbar, oder?

Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone auf weißer Kuchenplatte, angeschnitten, Ansicht von vorne

Trotzdem ist das Rezept sehr interessant – der Backvorgang ist nämlich anders als gewohnt. Der Kuchen wird zuerst 15 Minuten gebacken, dann kommen weitere Heidelbeeren oben drauf. Nochmals 15 Minuten backen, dann wird der Kuchen mit Alufolie bedeckt und fertig gebacken. Das Ergebnis ist ein richtig toller saftiger Kuchen, der oben schön goldbraun ist.

Nach dem Abkühlen kommt Zuckerguss über den Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone. Der Kuchen ist zwar schon sehr süß durch den vielen Zucker im Teig, ich weiß – der Zuckerguss obendrauf ist aber so lecker, dass ich nie darauf verzichten würde! Nie!

Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone, ein Stück auf Teller, Gabel teilt einen Bissen ab

Der Kuchen schmeckt sicher auch, wenn du ihn nur Staubzucker bestäubst. Wer ein paar Kalorien einsparen möchte, kann das machen. Ich bin aber definitiv Team Zuckerguss!

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Hab einen feinen Tag!

Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone

  • Portionen: 1 Kastenform, 21 x 11 cm
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Zutaten
150 g weiche Butter (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
190 g Zucker
2 unbehandelte Zitronen
1 TL Vanillepaste oder 1 Packung Vanillezucker
3 große Eier, Zimmertemperatur
90 g Mehl
¾ TL Backpulver
110 g gemahlene Mandeln
gute Prise Salz
200 g Heidelbeeren, gewaschen und mit Küchenpapier trocken getupft

Glasur
70 g Staubzucker

Zubereitung
1. Backrohr vorheizen auf 180 °C Umluft. Die Kastenform (21 x 11 cm) einfetten. Backpapier so zurechtschneiden und in die Form geben, dass der Kuchen daran aus der Form behoben werden kann.
2. Die Zutaten vorbereiten: Die Zitronen gut waschen. Mit einer feinen Reibe 2 TL Schale abreiben; darauf achten, dass nur die Schale und nicht das bittere Weiße abgerieben wird. Eine oder beide Zitronen auspressen, sodass du 2 EL Saft erhältst. Die Eier in eine kleine Schüssel schlagen und leicht verquirlen. Mehl, Backpulver, Mandeln und Salz vermischen.
3. Butter, Zucker, Zitronenschale, 1 EL Zitronensaft und Vanillepaste oder Vanillezucker in eine Rührschüssel geben. Mit der Küchenmaschine oder dem Handmixer bei hoher Stufe etwa 3-4 Minuten hell und schaumig rühren.
4. Die Küchenmaschine oder den Handmixer auf mittlere Stufe stellen. Nach und nach die verquirlten Eier zugeben und jeweils gut unterrühren. Falls die Mischung leicht gerinnt, weiterschlagen. Sie wird spätestens dann wieder glatt, wenn die Mehl-Mandel-Mischung dazu kommt.
5. Auf drei Mal die Mehl-Mandel-Mischung unterrühren. Nur so lange rühren, bis sich alles gut verbunden hat und der Teig glatt ist.
6. Mit dem Küchenspatel 150 g Heidelbeeren unter den Teig heben. Den Teig in die Kastenform füllen und glatt streichen.
7. Den Kuchen 15 Minuten backen. Dann die restlichen 50 g Heidelbeeren gleichmäßig auf dem Kuchen verteilen. Wiederum 15 Minuten backen, dann locker mit Alufolie bedecken und weitere 25-30 Minuten backen. Stäbchenprobe machen: Der Heidelbeerkuchen ist fertig, wenn an einem in den Kuchen gesteckten Holzstäbchen kein Teig mehr kleben bleibt. Kuchen aus dem Backrohr nehmen und 10 Minuten in der Form auskühlen lassen. Dann aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.
8. Wenn der Heidelbeerkuchen komplett ausgekühlt ist, den Zuckerguss darüber geben: 70 g Staubzucker in eine kleine Schüssel sieben. Tröpfchenweise den restlichen Zitronensaft dazu geben, bis eine sehr dicke Glasur entsteht. Die Glasur auf dem Kuchen verteilen. Es kann sein, dass die Heidelbeeren einzelne Stellen lila färben – das darf und soll so sein!

Heidelbeerkuchen mit Mandeln und Zitrone, ein Stück auf Teller im Vordergrund, Gabel teilt einen Bissen ab

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Für Pinterest

4 Comments

  1. Buttrig, einfach und saftig – was braucht es mehr für einen köstlichen Kuchen?
    Ich stimme dir zu, wenn man den Kopf voll hat, dann ist einem nicht nach etwas Kompliziertem. Wobei die einzelnen Schritte in der Patisserie eigentlich für sich auch nicht schwierig sind. Doch es braucht eben mehrere dafür und wenn’s schnell gehen soll, dann sind Kuchen wie dieser einfach genial. Mir geht’s zur Zeit auch so. Die Hitze und der Umzug mit meiner Mutter von Pflegeheim zu Pflegeheim haben mich ganz schön gefordert. Da bleibt bei mir jetzt der Ofen aus.
    Ich wünsche dir, dass du bald wieder entspannten kannst, liebe Eva.

    Hab noch einen schönen Sonntag
    Maren

    • Eva Dragosits

      Bis mein Kopf wieder frei ist, gibt´s halt nur einfache Kuchen – auch kein Problem! Irgendwann kommt dann schon wieder die Lust auf Komplizierteres und Langwieriges. Je nach Rezept finde ich die Patisserie gar nicht so schwer, nur muss man oft viele Komponenten herstellen und sich einen guten Zeitplan zurechtlegen. Dafür habe ich momentan nicht die Ruhe.
      Oje, das mit deiner Mutter klingt anstrengend. Da macht man sich viele Sorgen und muss sich um so vieles kümmern – nicht einfach. Ich hoffe, es geht ihr und dir jetzt gut!
      Liebe Grüße und eine schöne Woche!
      Eva

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