Draußen ist es kalt und dunkel, drinnen ist es gemütlich. Der meiste organisatorische Kram und die Einkäufe für das Fest sind erledigt. Es wird endlich ruhiger. Weihnachtlich. Ein letzter Beitrag vor Feiertagen geht sich noch aus, dann wird es höchste Zeit für eine Pause vom Alltag. Mit diesem Lebkuchenhaus aus Honiglebkuchen verabschiede ich mich in die Weihnachtsfeiertage!

Heuer war mir nach Lebkuchenhaus. Keine Ahnung, warum. Es war einfach so. Die Familie hat versucht, den Grund für das Lebkuchenhaus herauszufinden: „Warum baust den denn plötzlich ein Lebkuchenhaus?“, war die Frage. „So halt,“ war meine Antwort. „Ich will es eben.“
Damit war das Thema erledigt. Sie kennen mich mittlerweile – wenn ich mir etwas in den Kopf setze, dann mache ich es auch. Da nützen keine logischen Argumente, wie etwa: „Aber du bist doch eh schon so gestresst!“ Oder: „Du wolltest doch vor Weihnachten nichts mehr backen!“. Oder: „Wir haben doch schon zehn Sorten Kekse!“ Deshalb haben sie gar nicht lang diskutiert. Sie ließen mich einfach machen. Und halfen mir sogar dabei.

Das Rezept für das Lebkuchenhaus habe ich aus dem Backbuch Backen. Die neue große Schule.* (Werbung). Ich habe mit diesem Rezept schon öfter ein Lebkuchenhaus gebaut. Der Teig wird nach dem Backen schnell hart, deshalb eignet er sich gut für ein Lebkuchenhaus.
Du kannst den Teig aber auch für normale Lebkuchen verwenden. Es ist so viel Honig darin, dass die Lebkuchen richtig fein und aromatisch werden. Nach dem Backen sind sie erst hart, aber nach 3-5 Tagen in einer Dose sind sie weich und können gegessen werden. Mit ein paar Schnitzen Apfel dabei geht es schneller.
Für mein Lebkuchenhaus habe ich das Rezept leicht geändert: Statt den angegebenen Gewürzen habe ich einfach eine Gewürzmischung für Honiglebkuchen verwendet.

So baust du dein Lebkuchenhaus
Für das Lebkuchenhaus solltest du drei Tage einplanen: Am ersten Tag wird der Teig zubereitet. Dafür werden erst Honig, Zucker und Butter erwärmt, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Die Mischung muss abkühlen, bis sie handwarm ist. Dann kommen die weiteren Zutaten dazu. Bei mir war der Teig mit der angegebenen Menge Mehl zu weich. Ich habe so viel Mehl zugegeben, dass er fest genug zum Ausrollen und Ausstechen war.
Der Teig muss nun einen ganzen Tag bei Raumtemperatur ruhen. Soweit ich weiß, hat das mit der Pottasche zu tun. Die braucht ihre Zeit, damit sie wirkt und den Teig auflockert.
Am nächsten Tag schneidest du die einzelnen Teile aus und bäckst sie. Ich habe mir Schablonen für die einzelnen Bauteile gebastelt, also für die Giebel, die Seitenteile, das Dach, den Schornstein, die Haustür, Zäune, Bäume und Tiere.

Beim Zuschneiden war aber schnell klar, dass ich viel zu detailliert geplant hatte: Der Teig verformte sich beim Schneiden, und beim Transport auf das Backblech verzogen sich die Teile.
Von diesem Zeitpunkt an habe ich einfach improvisiert. Das war mir auch viel lieber als Detailarbeit und genaue Planung! Ich achtete zwar darauf, dass ich die wichtigsten Bauteile hatte und dass sie die entsprechenden Maße hatten; die gebe ich euch unten beim Rezept an. Aber abgesehen davon ging ich nach Augenmaß und nach spontanen Einfällen vor.

Aus der ersten Teighälfte wurden also die Bauteile und einige Tiere. Die zweite Teighälfte wurde zur Bodenplatte. Bei mir war sie an den Rändern leicht geschwungen und fast so groß wie ein Backblech. Schließlich sollten ja Haus, Zaun und jede Menge Bäume Platz haben, da braucht es diese Größe.

Am dritten Tag geht es dann an den Hausbau und ans Dekorieren. Das ist gar nicht so einfach – mein Häuschen wurde so richtig windschief, genau wie ein richtiges Hexenhaus eben!
Für das Zusammenbauen brauchst du zuerst einmal viele Zahnstocher. Die schneidest du in kleine Stücke von ca. 1,5 cm Länge. Das sind quasi deine Nägel und Schrauben: Du steckst sie in die Bauteile und Figuren und befestigst so die einzelnen Teile aneinander.

Außerdem brauchst du eine Eiweißglasur. Die dient sowohl als Klebstoff als auch als Schmuck: Beim Trocknen wird sie richtig fest; sie hält das Haus zusammen und den Zaun und die Bäume an Ort und Stelle. Außerdem sorgt sie für eine tolle Schnee-Optik: Sie ist so dick, dass sie sogar in Zapfen herabhängt, genau wie richtige Eiszapfen.
Als erstes verzierst du die kleinen Herzen und Sterne für das Dach mit Glasur und mit Perlen. Auch die Bäume und Tiere schmückst du mit Schokodragees, Zuckerperlen und Glasur.




Während diese Teile trocknen, beginnst du mit dem Hausbau. Du fixierst den vorderen und den hinteren Giebel in entsprechendem Abstand zueinander mit Zahnstochern und mit Glasur auf der Bodenplatte.
Als nächstes kommen die Seitenwände dran. Die werden zwischen die Giebelwände gestellt und stützen die Giebelwände ein bisschen. Trotzdem ist das alles eine wackelige Angelegenheit. Es dauert nämlich ein bisschen, bis die Glasur fest wird und hält. Es hilft, wenn jemand die Teile bis dahin festhält! Mir half zum Glück mein Mann; alleine wäre es schwierig geworden.

Wenn die Wände stehen und halten, kommt das Dach auf das Haus. Auch hier wird mit Zahnstochern nachgeholfen; das Dach wird damit an den Giebeln fixiert. Bei mir wollte eine Dachseite ständig abrutschen; die habe ich unten mit Schokokeksen gestützt. Oben an der Dachkante habe ich eine Reihe Schokokugeln festgeklebt, damit sie hübscher aussieht. Jetzt kommt noch die Haustür dazu.

Während das Haus trocknet und stabiler wird, kannst du dich um Zaun und Garten kümmern. Den Zaun klebst du mit Eiweißglasur auf die Bodenplatte; wiederum kommen Zahnstocher zum Einsatz. Als Pfosten dienen Schokowaffeln, und Teile des Zauns bestehen aus Waffelröllchen und Schokowaffeln. Die Bäume fixierst du ebenfalls mit Zahnstochern und Eiweißglasur, und die Einfahrt umrandest du mit bunten Schokodragees.

Ich wollte eigentlich zwei Elche vor dem Lebkuchenhaus, aber einer davon kippte ständig auf die Seite, trotz Zahnstochern. Also blieb es bei einem Elch.
Mein Lebkuchenhaus war mittlerweile standfest. Schief, aber stabil. Auf den Schornstein habe ich trotzdem lieber verzichtet. Auch wenn es aussah, als würde alles gut halten, wollte ich keinen Einsturz und kein Verrutschen riskieren!
Jetzt fehlt nur noch die Dach-Dekoration, die kleinen Lebkuchenherzen und -sterne und einige Marshmallows. Zuletzt sorgt die restliche Glasur noch für ordentlich Schnee auf dem Zaun, dem Dach, den Bäumen und den Figuren. Wenn du möchtest, kannst du das Lebkuchenhaus noch mit Staubzucker bestreuen. Ich finde, das sieht richtig hübsch aus!

Das Lebkuchenhaus ist mein Weihnachtsgeschenk für mein Patenkind und ihre Zwillingsschwester. Ich bin gespannt, wie das Lebkuchen nach Weihnachten wohl aussieht, wenn die beiden dran herumgeknabbert haben!

Lebkuchen-Teig: Resteverwertung
Der Lebkuchenteig eignet sich perfekt zum Ausstechen und behielt auch beim Backen super die Form!
Aus den Teigresten habe ich kleine Sterne und Herzen für die Dach-Dekoration ausgestochen, und Bäume und Elche und Bären. Und weil mir war ein bisschen langweilig war so alleine in der Küche, habe ich mich ausgetobt und aus dem restlichen Teig Herzen und Enten ausgestochen, einen Totenkopf, Freiheitsstatuen und Puzzleteile und Katzen, und Schweinchen und Pilze für Silvester. Ich hatte viel Spaß beim Ausstechen und Verzieren!
Die Lebkuchen habe ich mit Schokolade, Mandeln und Zuckerperlen verziert. Einige Lebkuchen habe ich mit Preiselbeermarmelade gefüllt und in Schokolade getunkt. Die kommen nun alle in eine Blechdose und sollten in ein paar Tagen weich sein. Hier und hier findest du weitere Ideen für gefüllte Lebkuchen!





Das war mein letzter Beitrag vor Weihnachten. Jetzt ist es wirklich Zeit für mich, um zur Ruhe zu kommen. Ich bedanke mich bei dir, dass du bei mir vorbei schaust – ohne LeserInnen und ohne Kommentare ist ein Blog sinnlos und macht keinen Spaß! Also Danke! Ich wünsche dir ein schönes Fest und gute, erholsame Feiertage!

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Ich bin Eva Dragosits, seit 2013 Foodbloggerin mit dem Schwerpunkt laktosefrei backen. Ich vertrage keine Laktose und backe deshalb all meine süßen Leckereien laktosefrei. 🙂
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Viel Freude beim Nachbacken!

















Wunderbar das Lebkuchenhaus, wie alle Deine Rezepte. Ich wünsche Dir ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das neue Jahr 2020. Natürlich auch für Deinen Blog. Gabi
Liebe Gabi,
vielen Dank 🙂 ! Dir auch frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr! Vielleicht sehen wir uns ja mal wieder, bei einem Bloggerevent oder so – ich würde mich freuen!
Liebe Grüße!
Eva
Liebe Eva,
ich bin heute auf deinen Blog gestoßen und habe das Pfeffeekuchenhaus entdeckt. Beim Blick auf das Foto dachte ich: „Na, das kommt mir aber bekannt vor!“. Und tatsächlich! Nachdem ich in deinem Text gelesen hatte, welches Rezept du verwendest, kann ich dir sagen, dass in meiner Familie nach diesem Rezept in meiner Kindheit jedes Jahr ein Hexenhaus fabriziert wurde. Und so mache ich es mit meinen Kindern heute noch!
Ich liebe es zu backen und bin glücklich, deinen Blog entdeckt zu haben.
Liebe Grüße aus Berlin!
Sarah
Liebe Sarah,
deine Familie baut jedes ein Hexenhaus nach diesem Rezept? Das finde ich toll – was für eine schöne Tradition 🙂 ! Danke, dass du diese nette Geschichte mit mir teilst. Ich freue mich sehr darüber!
Ich wünsche dir viel Spaß mit meinem Blog, danke für das schöne Feedback!
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
Eva