Nussstrudel nach Omas Rezept

Nussstrudel nach Omas Rezept

Wenn´s ums Essen ging, machte meine Wiener Oma keine halben Sachen. Daran hätte ich denken sollen, als ich letztes Wochenende ihren legendären Nussstrudel backte. Die Menge ergab nicht einen Nussstrudel, sondern zwei. Typisch Oma – sie hatte immer Angst, dass nicht genug zum Essen da war!

Nussstrudel nach Omas Rezept

Rund um Rezept und Zubereitung

Den Nussstrudel kenne ich zum Glück noch aus meiner Kindheit. Ich weiß also, wie er ausschauen soll. Mit dem Rezept hätte ich sonst wenig anfangen können: Angaben zur Zubereitung und zur Backzeit fehlen komplett. „Goldbraun und bei mittlerer Hitze, bis er fertig ist“, vermutete ich. Das war Omas Standard-Information zu Backzeiten.

Ich glaube, dass die Oma auch vergessen hat, die Details zur Nussfülle anzugeben: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie eine Nussfülle ohne Zucker zubereitete! Für sie war die Beigabe von Zucker allerdings wohl so selbstverständlich, dass sie bei den Zutaten für die Fülle den Zucker nicht einmal erwähnte. „Nach Geschmack“, hieß das bei ihr. Oder: „Bis es halt süß genug ist“.

Ich habe meine Nussfülle also mit Zimt gewürzt und mit etwas Zucker verfeinert. Ich finde, geschmacklich kommt mein Nussstrudel damit super an Omas Original heran.

Die Angaben für den Teig hingegen waren perfekt: Der Mürbteig wird mit Sauerrahm und Backpulver zubereitet. Er ist feiner als „normaler“ Mürbteig, irgendwie weicher, ein bisschen luftiger. Vor allem aber schmeckt er grandios! Diesen Teig werde ich mir merken, den finde ich extrem lecker. Der müsste sich auch richtig gut zu Keksen verarbeiten lassen. Zu Hasenkeksen für Ostern zum Beispiel. Mal sehen, vielleicht geht sich das ja aus!

Mit dem Geschmack des Nussstrudels bin ich richtig zufrieden. Er schmeckt wie ein klassischer, ehrlicher Nussstrudel. Da gibt es keinen Schnickschnack und keine Deko, da gibt es nur Teig und Nüsse. Ich werde den Nussstrudel sicher öfter backen – ich wünschte, ich hätte das Rezept schon früher probiert!

Beim nächsten Mal werde ich allerdings ein paar zusätzliche Tropfen Milch zur Nussfülle geben. Süß genug war sie, aber ich mag Nussstrudel gerne etwas feuchter. Ein bisschen mehr Milch hätte der Fülle gutgetan.

Der Nussstrudel hält sich in Frischhaltefolie verpackt sehr lange. Meine Oma schickte ihn sogar im 2. Weltkrieg meinem Opa in die amerikanische Kriegsgefangenschaft nach Frankreich: Ich las einen Brief von ihr, in dem sie dem Opa ganz traurig schrieb, dass sie ihm einen Nussstrudel geschickt hatte. Nur war er leider nicht angekommen, die Post hatte ihn zurückgebracht. Oma war ganz unglücklich darüber.

Ich war und bin heilfroh, dass ich solche schlimmen Zeiten bisher nicht erleben musste. Seit ich diese Geschichte kenne, kann ich den Nussstrudel nicht mehr backen oder essen, ohne dankbar dafür zu sein, wie gut es uns heute geht.

Nussstrudel nach Omas Rezept

Mehr Rezepte meiner Oma findest du hier:

Lass dir den Nussstrudel schmecken und hab eine schöne Zeit!

Nussstrudel nach Omas Rezept


Zutaten
Teig
600 g Mehl
1 Pck. Backpulver
200 g Butter, kalt und in kleine Stücke geschnitten (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
160 g Zucker
2 Dotter
250 g Sauerrahm, laktosefrei
1 Prise Salz

Fülle
400 g geriebene Walnüsse (ich: eine Mischung aus 300 g Walnüssen und 100 g Haselnüssen)
2 EL Semmelbrösel (= Paniermehl)
125 ml Milch, plus evtl. einige Tropfen mehr, laktosefrei
2-3 EL Zucker
1 TL Zimt

Zubereitung
1. Backrohr vorheizen auf 180° C Ober-/Unterhitze. Ein Backblech mit Backpapier belegen.
2. Mehl und Backpulver vermischen und zusammen mit den restlichen Zutaten in eine Rührschüssel geben. In der Küchenmaschine mit dem Knethaken zu einem glatten Teig kneten. Alternative: Das Mehl mit dem Backpulver auf die Arbeitsfläche geben. Den Zucker, die Butter, die Dotter, den Sauerrahm und das Salz dazu geben und alles von Hand rasch zu einem glatten Teig kneten.
3. Die Zutaten für die Fülle in einer Rührschüssel gut vermischen. Falls die Fülle sehr trocken ist, einige Tropfen Milch zugeben.
4. Den Teig halbieren. Eine Hälfte auf der bemehlten Arbeitsfläche etwa 3-4 mm dick zu einem Rechteck von ca. 30 x 40 cm ausrollen. Die untere Hälfte es Rechtecks mit der Hälfte der Nussfülle bestreichen. Die Strudel von unten beginnend aufrollen und mit der Naht nach unten auf das Backblech setzen. Mit der zweiten Hälfte des Teiges genauso verfahren, den Strudel mit etwas Abstand neben den ersten Strudel legen. (Bei mir ca. 2 cm. Die Strudel gehen etwas auf und berühren sich dann, ich mag das. Wer zwei extra Strudel will, hält mehr Abstand.)
5. Die Strudel mit Eiklar bestreichen und je nach Backrohr 30 bis 35 Minuten goldbraun backen. Aus dem Backrohr nehmen und auskühlen lassen, dann mit Staubzucker bestäuben.

Nussstrudel nach Omas Rezept

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