Ungarische Nusskrapferl

Ungarische Nusskrapferl – luftig und lecker

Ungarische Nusskrapferl sind genau genommen keine Weihnachtskekse, sondern Hochzeitskekse aus dem Burgenland. Ich kenne den Brauch der burgenländischen Hochzeitskekse aus erster Hand: Mein Bruder ist mit einer Burgenländerin verheiratet. Die Hochzeit ist mir unvergesslich.

Ungarische Nusskrapferl

Erstens war die Hochzeit wunderschön und romantisch und entspannt. Und zweitens standen überall Teller und Schalen, auf denen sich die wunderbarsten Kekse türmten. Und ich meine wirklich „überall“. Ganz egal, wo man sich aufhielt, es waren immer Kekse in Reichweite. Ein wahr gewordener Traum war das!

Ich verstand zwar nicht, warum im Hochsommer Weihnachtskekse serviert wurden, aber ich griff gerne zu. Meine Schwägerin klärte mich dann auf: Das waren keine Weihnachtskekse, sondern Hochzeitskekse. Im Burgenland werden Wochen vor einer Hochzeit im ganzen Dorf Kekse gebacken, gefüllt, zusammengesetzt, verziert, dekoriert. Verwandte und Bekannte machen mit, und außerdem engagieren viele Brautpaare eigene Hochzeitsbäckerinnen.

Ungarische Nusskrapferl

Die Kekse selbst sind kleine Meisterwerke, mit Liebe, Geduld und ganz viel Können gebacken. Sie sehen perfekt aus und schmecken unglaublich gut.

In den letzten Jahren sind zu meiner großen Freude mehrere Bücher mit Rezepten und Portraits der Burgenländischen Hochzeitsbäckerinnen auf den Markt gekommen. Das Rezept für die Ungarischen Nusskrapferl habe ich aus Burgenländische Hochzeitsbäckerinnen* (Werbung).

Ungarische Nusskrapferl

Jetzt endlich zum Rezept: Die Zubereitung der Ungarischen Nusskrapferl ist einfach – und eine ziemliche Patzerei! Zuerst wird der Teig rechteckig ausgerollt, mit festem Schnee bestrichen und mit geriebenen Walnüssen bestreut. Dann wird er von links und rechts so eingeklappt, dass sich die Ränder überlappen. Ich habe Bilder gemacht, damit du dir das besser vorstellen kannst:

Ungarische Nusskrapferl

Die Rolle wird mit verquirltem Ei bestrichen, dann geht´s ans Ausstechen: Du legst einen runden Ausstecher so an die Teigrolle, dass er nicht einen ganzen Kreis aussticht, sondern einen halben. Einen Halbmond, sozusagen.

Dabei quillt allerdings der Eischnee an allen Seiten heraus und du bekommst du ordentlich klebrige Finger. Lass dich nicht aufhalten und mache einfach weiter. Auch wenn die Krapferl nach dem Ausstechen nicht perfekt aussehen: Nach dem Backen sehen sie hübsch aus! Der Eischnee geht beim Backen auf auf und leuchtet weiß unter dem goldgelben Teig heraus. Außerdem verdeckt die dicke Staubzuckerschicht alle Schönheitsfehler!

Ungarische Nusskrapferl

Weil ich die Ungarischen Nusskrapferl letztes Jahr gebacken habe, weiß ich leider nicht mehr, wie viele Kekse es waren. Auf jeden Fall reichlich. Und geschmeckt haben sie köstlich, herrlich luftig und leicht.

Ungarische Nusskrapferl

Falls du Appetit auf weitere Rezepte von den burgenländischen Hochzeitsbäckerinnen bekommen hast: Ich habe die Esterhazyeckerl nachgebacken, die Mandelstangerl und die Kaffeekekse. Alles sehr lecker. Diese Rezepte habe allerdings aus Weihnachten mit den Burgenländischen Hochzeitsbäckerinnen* und nicht aus dem Buch mit den Ungarischen Nusskrapferl.

Noch mehr Weihnachtskekse

Hab einen feinen Sonntag!

Ungarische Nusskrapferl

  • Portionen: Sehr viele Nusskrapferl
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Zutaten
Teig
400 g glattes Mehl
2 EL Staubzucker
2-3 EL Milch, laktosefrei
3 Dotter
250 g weiche Butter (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
7 g Trockengerm

Fülle
3 Eiklar
250 g Zucker
100 g geriebene Walnüsse

Zum Bestreichen
1 Ei

Außerdem
Staubzucker

Zubereitung
1. Alle Zutaten für den Teig mit der Küchenmaschine mit dem Knethaken bei niedriger Stufe zu einem glatten Teig kneten. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und im Kühlschrank etwa ¼ Stunde rasten lassen.
2. Für die Fülle das Eiklar bei niedriger Stufe schlagen, bis es gut schaumig ist. Den Zucker dazu geben und auf hoher Stufe zu einem festen, glatten Schnee schlagen.
3. Das Backrohr vorheizen auf 160° C Umluft. Backbleche mit Backpapier belegen.
4. Den Teig in vier Teile teilen. Das erste Viertel zu einer dünnen Rolle formen und auf der gut bemehlten Arbeitsfläche zu einem länglichen Rechteck ausrollen. Mit einem Viertel des Eischnees bestreichen und ein Viertel der Nüsse darauf streuen. Den Teig links und rechts zur Mitte klappen, sodass sich die Ränder überlappen. Die Rolle mit verquirltem Ei bestreichen. Mit einem runden Ausstecher Halbmonde ausstechen. Mit den restlichen Teigrollen genauso verfahren.
5. Die Krapferl auf das Backblech setzen und je nach Backrohr ca. 12-14 Minuten goldgelb backen; bei Bedarf auch länger. Ungarische Nusskrapferl sollen goldgelb sein. Die heißen Nusskrapferl mit Staubzucker bestreuen.

Ungarische Nusskrapferl

*Werbung / Affiliate Link. Wenn ihr über diesen Link bestellt, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch bleibt der Kaufpreis gleich. Danke für eure Unterstützung!

Für Pinterest

30 Comments

  1. Danke, Eva! Mir geht’s mit dem Kekse backen genauso. Ich habe mich zwingen müssen, haha! Und ich wiederhole es jedes Jahr: Für mich fängt die Weihnachtszeit erst mit dem Advent an. Vorher kommt mir alles komisch vor. Aber als Blogger muss man ja immer der Zeit etwas voraus sein, was mir nicht ich immer gelingt. Ich bin da ja auch kein Planer. Ich backe worauf ich Lust habe.
    Aber nun zu deine. Hochzeitskeksen. Also die hören sich ja wohl genial an. Auch die Zusammensetzung und die Herstellung ist ja spannend. Ich werde wirklich versuchen, die demnächst nachzubacken. Die mag ich bestimmt gern.

    Liebe Grüße Maren

    • Eva Dragosits

      Du siehst das ähnlich wie ich, Maren! Ich backe am liebsten spontan. Back-Planung ist nichts für mich; da hätte ich keinen Spaß mehr am Backen – und das darf auf keinen Fall passieren! Die Hochzeitskekse sind wirklich fein 🙂 ! Sie sind so leicht und zergehen im Mund! Aber du hast mit dem Nachbacken keinen Stress, die schmecken das ganze Jahr über.
      Liebe Grüße
      Eva

  2. Ich hoffe, ich kann mich an Euren Resultaten erfreuen – ich pausiere dieses Jahr, aber diese Kipferl liebe Eva, die werde ich uns noch gönnen.
    liebe Grüße
    Petra <3

    • Eva Dragosits

      Liebe Petra, das ist ja eine Ehre 🙂 ! Lass sie dir schmecken! Ich habe eigentlich schon vor, in diesem Advent wieder Keks-Rezepte zu zeigen; vielleicht ist ja was für dich dabei. Der nächste Advent kommt bestimmt 🙂 !
      Liebe Grüße! Eva

  3. Dein Post und die Bilder sind göttlich. Ich liebe diese Kekse, muss sagen ich bin aus dem Burgenland und freu mich dies zu lesen. Eine Hochzeit im Burgenland ist echt ein Erlebnis. Diese Kekse sind ganz einfach die Beste und zwar das ganze Jahr

    • Eva Dragosits

      Vielen Dank – ein Lob aus dem Burgenland macht doppelt Freude 🙂 ! Du kennst diese Nusskrapferl also? Ich bin ein riesiger Fan davon. Und von all den anderen burgenländischen Keksen auch 🙂 – diese Hochzeit bleibt unvergesslich!
      Liebe Grüße! Eva

  4. Also, diese wunderbaren Krapferl will ich evt. heute nachbacken. Meine Familie will sie auch an Weihnachten noch genießen – sind sie bis dahin haltbar? Wie bewahre ich sie am besten auf? Vielen Dank für seine Antwort – Petra

    • Eva Dragosits

      Liebe Petra,
      bei mir haben die Krapferl in einer Keksdose an einem kühlen Ort aufbewahrt weit über zwei Wochen gehalten. Frisch schmecken sie aber besser 🙂 . Sie werden im Lauf der Zeit trockener.
      Ich wünsche dir gutes Gelingen!
      Liebe Grüße
      Eva

  5. Gertrud Henseling

    Liebe Eva!
    Ich habe vor einer Woche Deine Ungarischen Nusskrapferl nachgebacken.Meine Cousine sagte,sie habe noch nie so gut schmeckende Plätzchen gegessen.Und meine Tochter war auch begeistert vom Geschmack.Vielen Dank für das Rezept.
    Frohe Weihnachten
    wünscht Dir Gertrud

    • Eva Dragosits

      Liebe Gertrud,
      das ist ein richtig schönes Feedback, vielen Dank 🙂 ! Ich freue mich sehr, dass euch die Krapferl so schmecken. Solche netten Komplimente sind eine tolle Motivation und tun einfach gut 🙂 !
      Liebe Grüße und Frohe Weihnachten
      Eva

    • Natalie W.

      “Leider” schmecken die Kekse sooooo gut..dass ich nicht aufhören kann die zu essen! Bin süchtig geworden! Sowas gutes.. Ich könnte sie immer wieder backen und nicht nur zum Weihnachten.
      Vielen Dank für das Rezept! Hast du vll andere Variante ausprobiert? Zum Beispiel mit Obst oder Marmelade?
      Viele Grüße Natalie

      • Eva Dragosits

        Liebe Natalie,
        so ein Pech aber auch – jetzt hat dich die Nusskrapferl-Sucht erwischt 🙂 ! Es freut mich, dass dir das Rezept so gut gefällt, vielen Dank 🙂 !
        Ich habe noch keine andere Variante probiert, für mich sind sie so, wie sie sind, genau richtig. Ich kann sie mir allerdings auch sehr mit Marillenmarmelade gut vorstellen. Oder mit Mohnfülle – Mohn und Germ, das passt doch super zusammen 🙂 !
        Falls du es probierst, würde ich mich über Feedback sehr freuen!
        Liebe Grüße, Eva

    • Natalie W.

      Hallo Eva,
      ich habe etwa experimentiert:)
      1. Variante – mit Marmelade, ohne Eischnee und ohne Nüsse – war gut
      2.Variante – mit Marmelade und Eischnee – meine Erdbeermarmelade war zu flüssig – die Füllung ist ausgelaufen.. Vielleicht könnte es mit Pflaumenmuss klappen-muss ich noch ausprobieren
      3. Variante – mit Nüsse, Eischnee und Äpfel. Äpfel hab ich in kleine Streifen geschnitten – wie Pommes und in einer Reihe an Teigrand gelegt und drauf die Nüsse gestreut. Diese Variante finde ich richtig gut-man kann evt die Äpfel mit Zimt würzen.

      Viele Grüße und viel Erfolg 🙂
      Natalie

      • Eva Dragosits

        Hallo Natalie,
        da hast du ja richtig viel experimentiert, wow 🙂 ! Die Variante mit den Äpfeln klingt sehr gut, da bekommt man schon beim Lesen Appetit! Die anderen Varianten klingen aber auch sehr ansprechend. Ich kann mir den Teig mit Marmelade gefüllt, so wie bei Variante 1, sehr gut vorstellen!
        Danke für´s Ausprobieren und für diese Ideen 🙂 ! Mir geht das auch oft so. Manche Rezepte lassen einem keine Ruhe, damit muss man einfach weiterarbeiten und experimentieren 🙂 !
        Liebe Grüße
        Eva

    • Mechthild Finke

      Hört sich sehr gut an…aber was ist Trockengerm??- und ist mit Staubzucker
      Puderzucker gemeint??…über Antwort freut sich
      Mechthild

      • Eva Dragosits

        Hallo Mechthild,
        Trockengerm ist Trockenhefe – getrocknete Germ/Hefe in kleinen Päckchen zu je 7 g. In Österreich findet man sie in der Regel bei den Backwaren, also bei Backpulver, Natron, Vanillezucker und so. Normalerweise nimmt man 7 g für 500 g Mehl. Und ja, Staubzucker ist Puderzucker 🙂 !
        Ich hoffe, ich konnte dir helfen 🙂 !
        LG
        Eva

    • Ich habe mich heute an diese leckeren Hochzeitskekse gewagt. Es ist wirklich eine Bazerei, die sich aber wirklich lohnt. Schön ist sicher was anderes, aber sie sind mega lecker Danke für das Rezept, LG Angela

      • Eva Dragosits

        Über deine tolle Rückmeldung freue ich mich sehr 🙂 ! Vielen Dank! Schön, dass dir die Nusskrapferln schmecken. Und: Mit viel Staubzucker darüber sehen sie gleich viel hübscher aus 😉 !
        Liebe Grüße
        Eva

    • Ich habe gerade die Idee, anstatt der Walnüsse ungarisches Maronenpüree zu nehmen, geröstete Haselnüsse könnte ich mir auch vorstellen…bin nämlich kein walnuss-fan.
      Was meinst?

      • Eva Dragosits

        Liebe Rosemarie,
        ungarisches Maronenpüree kenne ich nicht, da kann ich dir leider nicht weiterhelfen. Gib mir bitte Bescheid, falls du das probierst; das würde mich sehr interessieren! Geröstete Haselnüsse statt Walnüssen kann ich mir gut vorstellen – eventuell gingen auch Mandeln!
        Liebe Grüße und gutes Gelingen!
        Eva

    • das sind burgenländer Kipferl und keine ungarischen nusskrapferl. nie und nimmer!

      • Eva Dragosits

        In meinem Rezeptbuch heißen sie “Ungarische Nusskrapferl”. Vielleicht gibt es ja verschiedene Namen für dieses Gebäck?
        Liebe Grüße
        Eva

    • Hallo!
      Ich bin Burgenländer!
      Der richtige Name lautet: BURGENLANDKIPFERL !!!

      • Eva Dragosits

        Im Backbuch der Burgenländischen Hochzeitsbäckerinnen, aus dem ich das Rezept habe, heißen diese Kekse “Ungarische Nusskrapferl” 🙂 . Für dieses Gebäck dürfte es wohl zwei Namen geben!

    • Meine Urgroßmutter wurde 1898 geboren, damals noch Ungarn in der Nähe von Kismarton. Sie hat die Burgenlandkipferl auch noch gemacht. “Mehlspeis” gebacken wurde damals ja nur zu Hochzeiten und Weihnachten. Das Rezept wird wohl erst nach dem 2. Weltkrieg entstanden sein. Die Ungarn selber kennen das gar nicht. Darum find ich den Namen “ungar. Nusskrapferl” fehl am Platz. Habe nach dem Buch gegoogelt, ist wohl so, dass es hier einen 2. Namen dafür gibt.

      • Eva Dragosits

        Es scheint so zu sein, dass es zwei Namen für die Krapferl gibt. Ich will da wirklich niemandem zu nahe treten, indem ich einen falschen Namen nenne! Als ich die Krapferl gebacken und gepostet habe, kannte ich sie nur aus dem genannten Backbuch, als Ungarische Nusskrapferl. Erst nachdem ich Kommentare zum Namen bekommen habe, habe ich recherchiert und festgestellt, dass dieselben Krapferl auch “Burgenländerkipferl” heißen. Das dürfte der weitaus üblichere Name sein – mir ist nicht klar, warum sie im Buch den anderen Namen verwenden. Nur kann ich den Namen bei meinem Beitrag im Nachhinein leider nicht mehr ändern 🙁 .
        Aber egal wie sie heißen: Diese Krapferl schmecken ausgezeichnet!
        Liebe Grüße
        Eva

    • Liebe Eva und liebe Leute,
      ist der Name denn so wichtig? Das Gebäck ist wunderbar, die Beschreibung schön und deutlich wie immer. Außerdem sind ja die Ungarn für ihre Backkünste berühmt, denkt doch an all die “Hungaricum”-Kreationen. Es könnte tatsächlich ein ungarisches Rezept sein, meine ich (bin keine Ungarin, habe aber viele ungarische Leckereien verspeist).
      Dir, Eva, bin ich unendlich dankbar für deine Mühe und für diesen wunderbaren Blog, der noch immer einer meiner Lieblingsblogs ist. Gute Rezepte, sehr schöne Bilder, viel Humor – was will man mehr?

      • Eva Dragosits

        Liebe Andra,
        vielen Dank für deine netten Worte zum Blog, darüber freue ich mich sehr 🙂 !
        Scheinbar ist der Name der Krapferl einigen LeserInnen sehr wichtig. Ich kann´s teilweise nachvollziehen, weil es stark um die eigene Identität und die eigenen Erfahrungen und Erinnerungen geht. Am Wichtigsten ist aber wohl, dass diese Krapferln gut schmecken, und das tun sie 🙂 !
        Liebe Grüße!
        Eva

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