Äpfel im Schlafrock

Äpfel im Schlafrock

Wenn man ein Rezept seit über 30 Jahre immer wieder backt, dann spricht das wohl für Qualität und Geschmack! “Bewährtes Rezept” heißt das wohl. Diese Äpfel im Schlafrock kenne ich jedenfalls seit einer gefühlten Ewigkeit, seit Teenagertagen. Und seitdem stehen die Äpfel im Schlafrock bei uns regelmäßig auf dem Tisch. Die ganze Familie liebt sie!

Äpfel im Schlafrock

Rund ums Rezept

Ich werde bei diesem Rezept immer ganz nostalgisch. Ich habe es irgendwann in den 80er Jahren von der Mutter meiner besten Schulfreundin erhalten. Sie probierte immer wieder neue Rezepte aus diversen Zeitungen und Zeitschriften aus. Manche waren toll, etwa der Wachauer Marillenstrudel. Den backe ich ebenfalls sehr gerne, der ist unschlagbar gut.

Äpfel im Schlafrock

Andere Rezepte, die sie ausprobierte, funktionierten überhaupt nicht. Ich erinnere mich an eine Weihnachtstorte, die spektakulär aussah – und leider im Müll landete. Die zwölf Eier im Teig waren wohl zu viel. Die Torte blieb sitzen, die Böden waren kompakt und nicht genießbar. Das war besonders schade, weil gerade Weihnachten war und sich alle auf die Torte gefreut hatten. Von solchen Misserfolgen ließ sie sich aber nicht abhalten. Nur hielt sie sich seit dieser Weihnachtstorte beim Backen für besonders wichtige Anlässe lieber an bewährte Rezepte.

Äpfel im Schlafrock

Die Äpfel im Schlafrock, die gehören jedenfalls zu den Rezepten, die alle mochten und die immer wieder gebacken wurden. Eine Anekdote dazu habe ich noch ganz besonders in Erinnerung. In der Verwandtschaft meiner Freundin gab es ein kleines Mädchen im Kindergarten- oder Volksschulalter. Sie liebte diese Äpfel und fragte immer wieder danach.

Allerdings konnte sie sich den Namen schwer merken. „Wann gibt es denn wieder Äpfel im Morgenmantel?“, wollte sie einmal wissen. Ich finde diesen Namen süß. Jedes Mal, wenn ich die Äpfel in ihre Schlafröcke beziehungsweise Morgenmäntel einpacke, muss ich darüber schmunzeln!

Vorführeffekt: Normalerweise sehen die Äpfel im Schlafrock besser aus!

Ich muss gestehen, dass mir die Äpfel im Schlafrock diesmal nicht so gut gelungen sind wie sonst. Ich wollte sie extra schön dekorieren, aber es hat nicht geklappt. Die Äpfel sollten so richtig in Mürbteig verpackt sein, und zwar so, dass man hauptsächlich Mürbteig sieht. Bei mir sieht man viel zu viel von den Äpfeln! Meine Äpfel waren viel zu groß – je kleiner der Apfel, desto besser lässt er sich verpacken.

Äpfel im Schlafrock

Außerdem war mein Teig zu weich. Ich habe das Rezept schlampig gelesen und einen Esslöffel Milch in den Teig geknetet. Die Milch hätte in die Milch-Dotter-Mischung gehört, mit der der Mürbteig vor dem Backen bestrichen wird. Außerdem war es in der Küche an diesem Tag sehr warm. Mein Teig rann fast schon von den Äpfeln herab, bevor sie überhaupt ins Backrohr kamen.

Äpfel im Schlafrock

Ich stelle euch das Rezept trotzdem vor, auch wenn die Äpfel im Schlafrock nicht so schön aussehen, wie ich es gerne hätte. Aber sie schmecken gut, und das ist meiner Meinung das Wichtigste!

So bereitest du die Äpfel im Schlafrock zu

Zuerst bereitest du den Mürbteig zu und gibst ihn in den Kühlschrank. Während der Teig kühlt, schälst du die Äpfel und stichst das Kerngehäuse komplett aus. Die Äpfel sind also hohl.

Den Mürbteig rollst du rechteckig aus, dann schneidest du sechs Dreiecke aus. Auf jedes Dreieck setzt du einen Apfel. Die Äpfel füllst du mit Preiselbeermarmelade oder einer anderen säuerlichen Marmelade. Wer mag, steckt zuletzt ein Stückchen dunkle Schokolade in die Marmelade – meine Kinder mögen das sehr!

Äpfel im Schlafrock

Jetzt werden die Äpfel eingepackt: Die Ecken des Teiges klappst du nach oben, sodass sie sich überlappen. Aus den Teigresten schneidest du Teigstreifen aus, und mit kleinen Keksformen kannst du Herzen oder andere Motive ausstechen.

Den Mürbteig bestreichst du mit der Dotter-Milch-Mischung. Mit dieser Mischung „klebst“ du die Teigstreifen und Kekse auf den Äpfeln kleben. Je weniger du von den Äpfeln siehst, desto besser!

Dann kommen die Äpfel ins Backrohr und werden goldgelb gebacken. Lauwarm schmecken sie am besten, vielleicht mit einem Glas Milch dazu. Ich mag die Äpfel im Schlafrock auch kalt sehr gerne!

Äpfel im Schlafrock

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Hab einen feinen Tag!

Äpfel im Schlafrock

Zutaten

6 kleine bis mittlere Äpfel
250 g Mehl
1 gestrichener Kaffeelöffel Backpulver
120 g Butter (laktosefrei, wenn du sehr empfindlich bist)
1 Eiklar von einem großen Ei
80 g Zucker
1 Pckg. Vanillezucker
Prise Salz

Außerdem
1 Dotter von einem großen Ei
1 EL Milch, laktosefrei
Ca. 6 gehäufte EL Preiselbeermarmelade

Zubereitung

1. Mehl in eine Rührschüssel geben und mit Backpulver vermischen. Die Butter in kleine Würfel schneiden und dazu geben, ebenso Eiklar, Zucker, Vanillezucker und Salz dazu geben. Alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder von Hand rasch zu einem Mürbteig kneten. Falls der Teig zu trocken ist, einen Esslöffel Milch dazu geben. Den Teig ca. 30´ im Kühlschrank kühlen.
2. Während der Teig kühlt, die Äpfel schälen und das Kerngehäuse ausstechen.
3. Backblech mit Backpapier belegen. Backrohr vorheizen auf 200 °C Ober-/Unterhitze.
4. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche zu einem etwa 3-4 mm dicken Rechteck ausrollen. Mit einem scharfen Messer 6 Dreiecke ausstechen.
5. In die Mitte der Dreiecke jeweils einen Apfel setzen. Die Äpfel mit Preiselbeermarmelade füllen. Die Ecken der Dreiecke nach oben klappen und die Äpfel damit „einpacken“. Die Äpfel auf das Backblech setzen. Das Eigelb mit der Milch versprudeln. Den Teig damit bestreichen.
6. Aus den Teigresten Streifen schneiden oder mit Keksformen Motive ausstechen. Die Äpfel damit verzieren. Die Eigelbmischung dient als Klebstoff und fixiert die Teigstreifen und -motive auf dem Mürbteig.
7. Die Äpfel auf der zweiten Schiene von unten je nach Backrohr ca. 20-25´ backen (ich: 23´). Sie sollten goldgelb sein. Aus dem Backrohr nehmen, nach Wunsch mit Staubzucker bestäuben und sofort servieren. Die Äpfel schmecken auch kalt sehr gut.

Äpfel im Schlafrock

4 Comments

  1. Hihi, Äpfel im Morgenmantel ! Kindermund ist doch immer herrlich! Ich kann es nun auch nicht mehr vergessen. Aber egal, wie sie genannt werden: deine Äpfel sehen köstlich aus! Noch dazu von der Herbstsonne beschienen. Da möchte man gleich zugreifen.

    Ganz liebe Grüße Maren

    • Eva Dragosits

      Solche süßen Sprüche bleiben in Erinnerung 🙂 ! Ich hätte nie gedacht, dass mich die Äpfel im Morgenmantel noch Jahrzehnte später zum Schmunzeln bringen.
      Die Herbstsonne schaut bei uns leider immer seltener vorbei, es wird zunehmend nebeliger. Deshalb mag ich diese sonnigen Bilder von den Äpfeln richtig gerne, die wirken so warm und fröhlich!
      Liebe Grüße
      Eva

  2. Äpfel im Schlafrock – so lecker und eine absolute Kindheitserinnerung. Prima ist die Idee, wie du sie geformt hast. Ich kenne sie sonst nur komplett in Teig gehüllt.
    Liebe Grüße, Katharina von “ich hab da mal aus ausprobiert

    • Eva Dragosits

      Liebe Katharina,
      du kennst diese Äpfel im Schlafrock aus der Kindheit 🙂 ? Das ist schon spannend, wie manche Gerichte automatisch schöne Erinnerungen hervorbringen. Mir wird bei diesen Äpfeln immer ganz warm ums Herz. Wenn man etwas so oft macht, hängen irgendwann viele Geschichten dran 🙂 .
      Liebe Grüße!
      Eva

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