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Rhabarber-Charlotte

Rhabarber-Charlotte, laktosefrei

Jetzt weiß ich endlich, wie die Rhabarber-Charlotte schmeckt, die ich vor über 19 Jahren gebacken habe: Leicht, fruchtig, köstlich! Die Creme schmeckt angenehm säuerlich nach Rhabarber, die flaumigen Biskuitscheiben sind mit fruchtiger Erdbeermarmelade gefüllt – sehr lecker!

Rhabarber-Charlotte

Warum ich die Rhabarber-Charlotte erst nach 19 Jahren gegessen habe

Es gibt einen guten Grund dafür, warum ich Ende April 2002 die Rhabarber-Charlotte nur gebacken habe, aber nicht gegessen. Damals war ich gerade sehr schwanger. Ich hatte gerade das Rezept für die Rhabarber-Charlotte im frisch erschienenen Gusto-Heft für den Mai entdeckt und wollte sie unbedingt backen. Die Optik mit diesen hübschen Spiralen, die hat mich fasziniert!

Mein Plan war allerdings ein kleines bisschen riskant, und zwar deshalb, weil die Rhabarber-Charlotte über zwei Tage verteilt gebacken wird.: An einem Tag wird sie vorbereitet, und nach einer Nacht im Kühlschrank wird sie am nächsten Tag mit Tortenglasur überzogen.

Meine Schwangerschaft war zu dieser Zeit nicht ganz unproblematisch. Ich wusste nie, was am nächsten Tag passieren würde, ob ich wieder mal ins Krankenhaus fahren müsste oder nicht. Ich war aber optimistisch. Das würde sich schon ausgehen mit der Rhabarber-Charlotte, dachte ich. Ich würde ja wohl nicht gerade dann ins Krankenhaus müssen, wenn daheim ein halbfertiger Kuchen im Kühlschrank steht.

Tja, falsch gedacht. Klar musste ich in dieser Nacht ins Krankenhaus. Nur ließen mich die Ärzte diesmal nicht mehr nach Hause: Drei Ärzte auf einmal waren es, die mir erklärten, dass ich das Krankenhaus nur mit Kind verlassen würde, und zwar mit dem Kind auf dem Arm oder im Kinderwagen, auf jeden Fall nach der Geburt. Die Situation war nicht mehr eindeutig zu interpretieren, und sie wollten mich lieber im Auge behalten.

Die Rhabarber-Charlotte war zwar echt unwichtig geworden, wollte trotzdem versorgt werden – es wäre ja schade drum gewesen. Mein Mann fuhr also mit unserem kleinen Sohn und dem halbfertigen Kuchen zu seinem Bruder und dessen Familie. Die Schwägerin stellte die Rhabarber-Charlotte fertig; ich glaube, sie bestrich die Rhabarber-Charlotte mit Marmelade.

Mann und Sohn fuhren dann wieder zurück nach Hause, die Rhabarber-Charlotte blieb bei der Familie des Bruders. Ich brachte in der Nacht unsere Tochter auf die Welt; mein Mann war dabei. Alles gut, zum Glück – das war das Wichtigste!

Die Rhabarber-Charlotte und diese Geschichte gehen mir oft im Kopf herum. Rund um diesen Kuchen waren so viele Emotionen im Spiel! Sorge um das ungeborene Kind, Hoffnung, Vorfreude, Angst, Unsicherheit, schließlich Erleichterung und große Freude.

Rhabarber-Charlotte

Auch wenn das jetzt wirklich doof klingt – irgendwie habe ich nie mit der Rhabarber-Charlotte abgeschlossen! Für mich fühlt es sich immer noch so an, als steht sie im Kühlschrank und wartet auf die Glasur.

Heuer war es jedenfalls Zeit, um endlich mit der Rhabarber-Charlotte abzuschließen. Ich habe mir das Rezept aus dem Internet geholt; hier ist der Link zur Rhabarber-Charlotte. Zum Glück kann man das Rezept mittlerweile googeln; ich glaube nicht, dass ich das Gusto-Heft von damals noch habe.

So bereitest du die Rhabarber-Charlotte zu

Zwei Dinge weiß ich noch von damals: Die Rhabarber-Charlotte ist kein schneller Kuchen, sondern durchaus ein bisschen aufwendig. Für Anfänger würde ich ihn nicht empfehlen; da sind zum Beispiel die Streuselschnitten mit Marmelade besser oder der Gugelhupf nach dem Rezept meiner Oma.

Die Rhabarber-Charlotte besteht aus zwei Bestandteilen: Die Außenseite und die Böden sind aus Biskuit, die Füllung ist eine Rhabarbercreme.

Du beginnst mit dem Biskuit: Du backst zwei Bleche Biskuit, so wie im Rezept angegeben. Dieses Rezept funktioniert super, das Biskuit ist wunderbar flaumig!

Rhabarber-Charlotte

Mit der Zubereitung der Creme beginnst du während das Biskuit im Rohr ist. Zuerst kochst du den Rhabarber weich, dann pürierst du ihn mit dem Stabmixer. Laut Rezept solltest du ihn nun durch ein Sieb drücken. Ich finde das nicht nötig und habe mir diesen Schritt erspart. Der Rhabarber war überhaupt nicht fasrig, Pürieren war nicht nötig. Mich persönlich stören kleine Fruchtteile in der Creme auch nicht, da bin ich nicht heikel.

Jetzt löst du die ausgedrückte Gelatine in dem heißen Rhabarberpüree auf, dann lässt du das Püree abkühlen. Und während das Rhabarberpüree kühlt, richtest du das Biskuit her: Ein Blech Biskuit bestreichst du dick mit Erdbeermarmelade und rollst es zu einer Biskuit-Roulade. Aus dem zweiten Biskuit schneidest du drei Böden aus, und zwar so, dass du aus dem restlichen Biskuit ebenfalls noch eine kleine Biskuit-Rouladee formen kannst.

Die Biskuit-Rouladen schneidest du in 1 cm breite Scheiben – bitte wirklich nicht dicker, du brauchst sehr viele Scheiben um die Form auszulegen! Ich habe mehr Scheiben benötigt, als ich gedacht hatte, 27 Stück. Ich war um jedes Stückchen Biskuit-Roulade froh!

Die Biskuit-Scheiben legst du eng aneinander in eine halbkugelförmige Schüssel. Ich nehme dafür eine eine metallene Rührschüssel, die eignet sich super.

Wenn alles so weit vorbereitet ist, sollte auch das Rhabarberpüree ausgekühlt sein. Jetzt kannst du die Creme fertig machen: Du gibst Joghurt und Schlagobers zum Püree. Ich habe die Creme mit etwas roter Gelfarbe rosa gefärbt: Mein pürierter Rhabarber hatte eine eher unansehnliche grau-braune Farbe, das sah nicht sehr appetitlich aus!

Rhabarber-Charlotte, ein Stück auf Teller

Jetzt gießt du knapp ein Drittel der Creme in die Schüssel mit den Roulade-Scheiben, dann drückst du die kleinste Scheibe hinein. Dann wieder Creme, die zweite Scheibe, die restliche Creme und als Abschluss die letzte Biskuit.-Scheibe. Die Rhabarber-Charlotte muss über Nacht in den Kühlschrank. Am nächsten Tag überziehst du sie mit Tortengelee.

Also nicht ganz simpel zu machen, aber wirklich lecker!

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Hab einen feinen Tag!

Rhabarber-Charlotte, laktosefrei

12-14 Minuten
1 Halbkugel-Form mit 2,5 l Füllvermögen

Zutaten

  • Biskuit
    8 große Eier
    10 g Vanillezucker + 20 g Zucker
    Abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
    1 Prise Salz
    80 g Kristallzucker
    120 g glattes Mehl

  • Rhabarbercreme
    500 g Rhabarber
    1 Vanilleschote
    80 g Kristallzucker
    50 ml Orangensaft
    6 Blatt Gelatine
    50 g Joghurt, laktosefrei
    250 ml Schlagobers, laktosefrei

  • Sonstiges
    ½ Glas Erdbeermarmelade, ca. 200-300 g
    1 Packung klares Tortengelee

Zubereitung

  • Zubereitung Biskuit
    1. Backrohr vorheizen auf 160° C Umluft; alternativ auf 170 °C Ober-/Unterhitze. Zwei Backbleche mit Backpapier belegen.
    2. Die Eier trennen. Die Dotter mit Vanillezucker, 20 g Zucker, Zitronenschale und Salz sehr gut schaumig rühren; mindestens 5 Minuten lang, besser 10.
    3. Eiklar mit den 80 g Kristallzucker zu cremigem Schnee schlagen. Den Schnee vorsichtig unter die Dottermasse heben. Das Mehl dazu sieben und ebenfalls vorsichtig unterheben.
    4. Den Teig gleichmäßig auf den beiden Blechen verteilen. Bei Umluft die beiden Bleche gleichzeitig backen, etwa 12-14 Minuten. Bei Ober-/Unterhitze die Bleche auf der zweiten Schiene von unten nacheinander backen, ebenfalls 12-14 Minuten. Das Biskuit sollte hellgelb sein.
    5. Biskuit aus dem Backrohr nehmen. Die Oberfläche dünn mit Kristallzucker bestreuen. Backpapier darüberlegen, das Biskuit stürzen und auskühlen lassen.
  • Zubereitung Creme
    1. Während das Biskuit kühlt, die Creme zubereiten. Den Rhabarber waschen, trockene Enden abschneiden. Rhabarber in kleine Stücke schneiden und in einen kleinen Topf geben. Den Zucker dazugeben. Die Vanilleschote aufschlitzen und das Mark herauskratzen; Mark und Schote zum Rhabarber geben. Alles ca. 10 Minuten ziehen lassen.
    2. Den Orangensaft dazu geben und untermischen. Mischung zum Kochen bringen, dann bei niedriger Hitze mit geschlossenem Deckel etwa 10 Minuten weich dünsten.
    3. Während der Rhabarber köchelt, die Gelatine in eiskaltem Wasser einweichen.
    4. Den Rhabarber vom Herd nehmen. Die Vanilleschote entfernen, Rhabarber mit dem Pürierstab pürieren.
    5. Die Gelatine gut ausdrücken und im warmen Rhabarberpüree auflösen. Auskühlen lassen.
  • Fertigstellung
    1. Das Papier vom Biskuit abziehen. Ein Biskuit mit Erdbeermarmelade bestreichen und zu einer engen Roulade rollen. In das Backpapier wickeln, damit die Roulade die Form behält.
    2. Aus dem zweiten Biskuit drei Scheiben mit 9, 14 und 16 cm Durchmesser ausschneiden. Das restliche Biskuit mit Erdbeermarmelade bestreichen und ebenfalls zu einer Roulade formen.
    3. Das Joghurt in das ausgekühlte Rhabarberpüree rühren. Den Schlagrahm schlagen und unterheben. Die Creme eventuell mit einigen Tropfen roter Lebensmittelfarbe färben.
    4. Die Biskuitrouladen in Scheiben von 1 cm schneiden. Eine Halbkugelform (ca. 2,5 l Füllvermögen) dicht damit auskleiden (ich brauchte dafür 27 Scheiben).
    5 Etwa ein knappes Drittel der Creme in die Form gießen. Den kleinsten Boden mittig in die Creme
    legen. Vorsichtig ein weiteres Drittel Creme darüber gießen, den zweiten Boden einlegen, dann die restliche Creme einfüllen. Den letzten Boden auflegen, und zwar so, dass Kuchen und Creme einen ebenen Abschluss bilden. Schüssel mit Frischhaltefolie bedecken und über Nacht im Kühlschrank kühlen.
    15. Am nächsten Tag die Frischhaltefolie entfernen. Einen Teller auf die Schüssel geben, die Schüssel umdrehen und die Rhabarber-Charlotte auf den Teller stürzen.
    16. Tortengelee nach Anleitung auf der Packung zubereiten. Die Rhabarber-Charlotte damit bestreichen.
Rhabarber-Charlotte, drei Stücke auf Tellern

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4 Comments

  1. Helene Grill

    Hallo Liebe Eva,

    habe gerade die Gugelhupfrezepte gelesen.
    Meine Frage wo gibt es diese Form zum Kaufen.
    Liebe Grüße
    Helene

  2. Helene Grill

    Hallo liebe Eva,

    danke für die schnelle Antwort.
    Dann kann ich mich auf die Suche machen.
    Liebe Grüße
    Helene ( bin gebürtig aus der Steiermark, aber schon ewig in Deutschland )

    • Eva Dragosits

      Du bist aus der Steiermark? Ich bin dort geboren 🙂 !
      Viel Spaß bei der Suche nach der idealen Gugelhupffomr. Sei vorsichtig, das kann teuer werden. Ich spreche aus Erfahrung 🙂 !
      Liebe Grüße, Eva

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